Aus den eigenen Fotos lernen

Landschaftsillustration

Die meisten Fotos verschwinden nach dem Aufnehmen in der Galerie und werden nie wieder angesehen. Dabei liegt in der eigenen Sammlung ein großer Lehrer. Wer sich hin und wieder Zeit nimmt, die eigenen Bilder in Ruhe durchzusehen, erkennt schnell, was gut gelingt und was nicht. Du brauchst dafür keinen Kurs, nur einen freien Abend, eine Tasse Tee und ein bisschen Neugier.

Beginne mit den Bildern, die dir am besten gefallen. Frage dich bei jedem: Warum mag ich es? Vielleicht liegt es am weichen Licht, am ruhigen Hintergrund, am Blick der Person oder daran, dass du nah genug dran warst. Oft stellst du fest, dass mehrere deiner Lieblingsbilder etwas gemeinsam haben. Das ist dein eigener Stil, und du kannst ihn bewusst weiterentwickeln. Manche Menschen legen dafür einen eigenen Ordner mit Lieblingsbildern an und sehen ihn regelmäßig durch.

Auch die Fehlschläge zeigen etwas

Sieh dir anschließend die Bilder an, die dir nicht gefallen. Hier lohnt sich ein genauer Blick. Ist das Motiv unscharf, weil die Hand gewackelt hat? Sind Gesichter zu dunkel, weil das Licht von hinten kam? Ist der Horizont schief, oder sitzt das Motiv zu weit am Rand? Solche Fehler wiederholen sich meist, und wenn du sie einmal erkannt hast, kannst du sie beim nächsten Mal vermeiden.

Schreibe dir ein oder zwei Beobachtungen auf, zum Beispiel in eine Notiz auf dem Handy. Formuliere sie freundlich, etwa so: Ich möchte öfter nah herangehen. Oder: Ich achte auf das Licht im Gesicht. Mehr braucht es nicht. Schaue nach einer Woche noch einmal, ob dir das Ziel gelungen ist. Ein einziges Ziel pro Woche ist besser als viele gute Vorsätze, die man nach kurzer Zeit wieder vergisst.

Vergleiche gern auch ältere Bilder mit neuen. Du wirst sehen, dass sich dein Blick verändert hat, und das ist ein schönes Gefühl. Sei dabei nicht zu streng mit dir. Nicht jedes Bild muss ein Meisterwerk sein, und viele der schönsten Fotos sind einfach Erinnerungen an gewöhnliche Tage. Wichtig ist, dass du die Freude am Schauen behältst und beim nächsten Ausflug wieder mit Neugier fotografierst.