Wenn du ein Gesicht aus großer Nähe mit dem Weitwinkel fotografierst, wird die Nase groß und die Ohren wirken klein. Das Bild schaut unnatürlich aus, und viele Menschen erkennen sich darauf kaum wieder. Das Teleobjektiv, das auf vielen Telefonen zu finden ist, löst dieses Problem. Du stellst dich weiter weg und holst die Person heran, und das Gesicht bleibt in natürlichen Proportionen.
Der Abstand hat noch einen zweiten Vorteil. Menschen fühlen sich wohler, wenn ihnen niemand direkt ins Gesicht hält. Auf einige Meter Entfernung kannst du ruhig und entspannt fotografieren, und die Person kann sich normal verhalten, ohne ständig auf die Kamera zu achten. Frage aber immer vorher, ob du ein Bild machen darfst. Auch aus der Ferne ist es unhöflich, jemanden ungefragt aufzunehmen.
Ruhe, Licht und Hintergrund
Das Tele verstärkt jede Bewegung deiner Hand. Halte das Handy daher mit beiden Händen, stütze die Ellbogen auf oder lehne dich an eine Wand. Tippe auf das Gesicht, damit die Kamera auf die Augen scharfstellt, und warte kurz, bis das Bild ruhig ist. Das Tele lässt außerdem weniger Licht durch, deshalb funktioniert es am besten, wenn es draußen hell ist oder gutes Fensterlicht in den Raum fällt.
Achte auch auf den Hintergrund. Weil das Tele den Hintergrund näher heranholt, wirken unruhige Dinge wie Autos, Schilder oder Menschen dahinter oft noch aufdringlicher. Wenn möglich, stelle die Person so, dass hinter ihr etwas Ruhiges liegt, zum Beispiel eine grüne Wiese, eine Mauer oder der Himmel. Je weiter der Hintergrund entfernt ist, desto weicher wird er meist. Trägt die Person eine Brille, achte auf Spiegelungen in den Gläsern und drehe den Kopf leicht zur Seite, bis sie verschwinden.
Sprich während des Fotografierens mit der Person. Ein Gespräch, ein Lachen oder eine kleine Frage lösen die Anspannung, und der Ausdruck wird lebendiger. Mach mehrere Aufnahmen und zeige der Person danach das Ergebnis. Wenn sie ein Bild nicht mag, ist das in Ordnung, dann lösche es. So macht das Porträtieren beiden Freude und die Bilder werden besser, weil der Mensch entspannt bleibt.